Meine Reise im Dezember 2016 und 2017

Bilder unserer Reise

Immer wenn ich unsere Schule besuche schreibe ich einen Reisebericht. Er soll etwas von dem Wiederspiegeln, was wir in unserer Schule erleben und wo wir gerade stehen.

Ich wünsche viel Freude beim Lesen meines letzten Berichtes.

Jakobus Richter


Bilder von unserer Reise im April 2017

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Unsere Reise im April 2017

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Schulabaschlussfest in Osia
Von der Billy Graham Foundation kamen für alle Kinder "Weihnachten im Schuhkarton"

Kimbilio zum Schuljahresabschluss Fest 2016

 

4. Dezember 2016                                                                                       

Von Giengen nach Frankfurt                                        

Ich muss bekennen, dass ich immer etwas angespannt bin, bis ich den Check Inn am Flughafen hinter mir habe. Da ich dieses Mal sehr früh am Flughafen war, hatte ich keine Wartezeiten am Schalter. Es ging alles sehr schnell und dann saß ich lange am Gate 144 und wartete auf meinen Flug nach Frankfurt. Es ist erstaunlich wie viele Menschen sich aufmachen um irgendwo hinzufliegen. Manchen sieht man die Spannung im Gesicht an, manche sitzen ganz cool herum und andere versuchen ihre müden Kinder zu beruhigen. An jeder Ecke gibt es was zu Essen und zu Trinken und obschon alles sehr teuer ist, haben die Angestellten hinter dem Tresen viel zu tun. Ja, wir leben in einem reichen Land.

Ich suche mir einen bequemen Sitz und schreibe in Gedanken an all jene, die mich im Gebet auf dieser Reise begleiten. Auch wenn ich alleine hier sitze, in Gedanken und im Gebet sind viele bei mir. Ein gutes Gefühl!

Inzwischen bin ich in Frankfurt gelandet und sitze am Ende des langen Flures in einer kleinen versiften Bar und trinke ein Bier und esse ein Baguette: 11,60€. Da vergeht einem das Vergnügen am Essen und Trinken. Aber ich brauche etwas, damit ich meine Tabletten nehmen kann. Irgendeine Ausrede braucht man für die Lust am Essen! Das Flugzeug war voll. Zweimal drei Sitzreihen. 35 Minuten Flugzeit und dann landet man schon in Frankfurt. Im Duty Free Shop kaufe ich eine kleine Flasche Whisky. Man weiß in Uganda nie, wie einem das Essen bekommt, dann tut etwas Hochprozentiges seinen guten Dienst.  

 

5.Dezember 2016                                                              

Klärung                                                                            

Ich bin in Addis Ababa gelandet. Ein angenehmer und ruhiger Flug in einer Boing 777-200. Wenn man die vielen Menschen sieht, die Menge an Gepäck und dann das große Flugzeug, wundert man sich, wie so ein „Vogel“ vom Boden abheben kann und dann auch noch in der Luft bleibt. Wir flogen mit 923 Km/h durch die Nacht bei einer Außentemperatur in 10 km Höhe von Minus 54 Grad. Glücklicherweise spürt man im Flugzeug nichts davon. Es gab 3 x 3 Reihen. Neben mir war der Platz frei, das sagte mir die freundliche Dame beim Check Inn. Am Fenster saß eine junge Frau und plötzlich setzte sich ein Mann daneben. Ich fragte ihn, ob das wirklich sein Platz sei. Er sagte ja, aber er log. Dann hatten die zwei neben mir eine ziemliche Auseinandersetzung. Ich hatte den Eindruck, dass die Frau mit dem Mann nichts zu tun haben wollte und ich wollte den Platz neben mir auch wieder frei haben. Neuer Angriff von mir: “Ist das wirklich ihr Platz?“ „Nein, ich sitze da drüben!“ „Dann gehen Sie dahin!“ „Nein, erst wenn wir in der Luft sind!“ Ich stand auf und befahl ihm den Platz augenblicklich zu verlassen und sich auf seinen Platz zu setzen. Das wirkte. Er nahm seine Sachen und verschwand und die junge Frau strahlte mich an und sagte: „Danke!“  

Die Wiege der Menschheit.                                            

Danach hatten wir einen angenehmen Flug und landeten pünktlich um 4.06 Uhr am Morgen. In Addis ist es dann schon zwei Stunden später. Nun habe ich zweieinhalb Stunden Aufenthalt, bis es nach Entebbe weitergeht. Plötzlich fällt mir ein, dass ich jetzt im Land der Wiege der Menschheit bin. Das östliche Afrika wird von der überwiegenden Mehrheit aller Paläonthropologen als die Wiege der Menschheit bezeichnet. Lange bevor es Schrift gab oder eine Überlieferung, auf die wir uns heute beziehen können, gab es auf dem Gebiet des heutigen Äthiopiens Vormenschen und frühe Vertreter der Gattung Homo. Zahlreiche Überreste solcher Vormenschen (zum Beispiel  Australopithecus afarensis ) wurden in Äthiopien gefunden. Schade, dass ich keine Zeit habe mir diese Funde anzuschauen.

 

Afrika ist anders                                                                

Inzwischen bin ich wohlbehalten nach 30 Stunden Unterwegs sein in Tororo angekommen. In Addis musste ich 3 Stunden auf meinen Weiterflug warten und bin dann planmäßig um 12.15 Uhr Ortszeit gelandet. Mein Visum hatte ich per online bestellt. Hat auch geklappt, aber dann am Flughafen nicht. Da scheint mit dem Online anmelden noch einiges im Argen zu liegen, aber ein bisschen Afrika muss man bei allem hightech auch noch erleben. Ivan hat mich abgeholt. In Kampala haben wir Lukas Joos getroffen. Er hat mir die Originalpapiere für seine Bachelorarbeit mitgegeben. Um 20.00 Uhr war ich dann schließlich in Tororo.

Ich konnte in dieser Nacht sehr gut schlafen!

 

06.12.2016                                                                          

Die Schulformen, die Kinder und AIDS                        

Eigentlich wollten wir, Grace und Cor und ihre 3 Kinder heute Morgen auf den Berg steigen, aber dann hat sich während des Frühstückes ein gutes und tiefes Gespräch entwickelt. Im Wesentlichen ging es um die schwierige Kommunikation zwischen uns. Wir hören zu wenig von Osia. Vor zwei Jahren haben wir die Entscheidung getroffen, einen freischaffenden Journalisten anzustellen, aber das hat nicht funktioniert!

Cor und Grace kennen dieses Problem und nun haben wir Josua, der Assistent von Cor. Er wird Cor und Grace daran erinnern, uns die Informationen zu schicken, damit wir wissen, was in Osia gerade passiert. Ich hoffe sehr, dass dies nun geschieht und wir besser informiert werden.

Inzwischen sind wir eine große und bekannte Schule geworden. Eines unserer Kinder, Agatha Akoth in P7, hat den Landeswettbewerb in Geschichten schreiben gewonnen. Das hat unsere Schule natürlich landesweit noch einmal bekannter gemacht und zeigt, dass unsere Lehrer wissen, wie man die Kinder fördert. Leider waren die Kinder von P7 schon in den Ferien, weil sie Anfang November ihre Prüfungen haben, danach gehen sie in ihre Dörfer.

Was uns ein bisschen Sorgen macht ist die Tatsache, dass wir unbedingt neue Gebäude für die Highschool brauchen. Man denkt es nicht, aber hier in Uganda herrschen strenge Gesetze die Vorschreiben, dass die Highschool von der Primary School getrennt sein müssen. Wir haben zwar eine gewisse Karenzzeit, aber die gilt nicht unbegrenzt. Darum brauchen wir unbedingt mehr Geld, um die neuen Gebäude bauen zu können. 2015 brauchten wir in Kimbilio jeden Monat 5500,-€  2016 kamen 2 Hauptamtliche und 8 Teilzeitlehrer für die Secondary School dazu. Das sind in diesem Jahr 7000,-€ und im kommenden Jahr werden es 8000,-€ sein.

Wir haben jetzt 11 Lehrer in Primary School und 8 Lehrer (6 als Teilzeitlehrer) in der Sencondary School. Angestellte haben wir zur Zeit 13.

Von den 200 Waisenkindern haben ca. 10 Kinder AIDS, das sie durch den Verlauf der Geburt bekommen haben.

 

Wenn Kinder verloren gehen                                        

Immer wieder geschieht es, dass Kinder nach den Ferien nicht wieder zurückkommen. Manchmal kommen sie etwas später weil sie krank waren oder eben keiner nach ihnen geschaut hat, dass sie zur Schule zurückgehen müssen. Sie sind in den Familien, in denen sie untergebracht sind, eben immer nur ein unwillkommenes Anhängsel das Geld kostet. Nur in wenigen Familien erleben die Kinder wirklich Liebe und Annahme. So wurde für die meisten der Kinder Kimbilio wirklich ein Zufluchtsort, in dem sie sich wohler fühlen als in ihren Dörfern. Nach den letzten Ferien kam Possiano nicht zurück. Man hat erst gewartet und gehofft, aber er kam nicht. Er war einer der ersten Kinder unserer Schule und hat AIDS. Damals kam er in einem so miserablen Zustand bei uns an, dass er nicht in der Lage gewesen ist, einen Fußball zu tragen. Aber Fußballspielen war seine Leidenschaft. Mit den ersten Wochen und Monaten ging es ihm besser. Immer hatte er Schwierigkeiten wieder in die Schule zurück zu kommen. Man hat sich nicht um ihn gekümmert. Nun ist er verschwunden. Schade um den Jungen.

Abends gehe ich mit Cor und Grace und ihren drei Kindern Efi, Joy und Francis ins Green Maedows. Tolles Restaurant und sehr günstig. Wir haben eine lustige und entspannte Runde und dann erzählt jeder, was ihm in seinem Leben am Wichtigsten ist. In der zweiten Runde sagt jeder, was er aktiv dafür tut. So eine Runde haben sie noch nicht erlebt und jeder war sehr zufrieden mit diesem Abend.

 

07.12.2016                                                                                                   

Schuljahr Abschluss Fest                                                                         

Heute ist der große Tag. Das Ende des Schuljahres und die Ehrungen von den besten Schülern. In diesem Schuljahr durften die Kinder auch ihren besten Lehrer wählen. Da hat Lehrer Ivan gewonnen. In drei anderen Kategorien hat Lehrer Paul den absoluten Sieger gemacht. Die Idee die Lehrer zu bewerten stammt von Grace. So motivieren sie die Lehrer ihr Bestes zu geben. Super Idee.

Es gab an diesem Morgen viele gute Ansprachen. Aber das Beste kann irgendwann auch zu viel werden und ich war froh, als wir fertig waren, etwas zu Essen bekamen und dann langsam auf dem Gelände Ruhe einkehrte.

Im Vergleich mit anderen Schulen im Land gehören wir zu den besten. Das bedeutet, dass unsere Kinder eines Tages eine natürliche Chance bekommen, aus ihrem Leben etwas zu machen. Ihnen werden die Universitäten im Land offen stehen und auch in anderen Bereichen werden sie durch die Schule eine offene Tür finden. Zudem bekommen die Kinder hier nicht nur eine sehr gute akademische Schulbildung, ihnen werden auch christlichen Werte vermittelt, die sie zu Menschen machen, die in Uganda eines Tages ein Vorbild für andere sein werden. Wenn am Ende des Schuljahres Preise verliehen werden, ist das ein Zeichen dafür, dass man die Kinder gefördert hat und sie gelernt haben, ihr Bestes zu geben. Ermutigung hilft hier, an die eigenen Grenzen zu gehen und zu versuchen, mit der Leistung ein lohnendes Ziel zu erreichen.

 

Große Spende                                                                                            

In diesem Jahr haben wir von der Firma Würth und der Firma Gläsener und Schmidt Geld für die Einrichtung eines Computerlabors bekommen. Inzwischen wurde der Raum dafür gebaut, wie man auf dem Bild gut erkennen kann. Ein Muster für einen Platz im Computerraum ist auf dem Weg in die Schule. Da wir in diesem Jahr mit der ersten Klasse der Oberstufe begonnen haben, brauchen wir diesen Raum unbedingt. Aber wir brauchen nicht nur diesen Raum, wir müssen zeitgleich auch eine ganz neue Schule und ein Internat bauen. Die Secondary School braucht zuerst 4 Klassenräume. Das hat Priorität, damit wir die Lizenz für diese Schulform bekommen.

Wir haben mit dem Wachsen der Primary School die Gebäude so gebaut, wie wir sie brauchten. Im Grunde genommen haben wir immer vor der letzten Klasse vorher gebaut. Das kostet Geld und ungeheuer viel Kraft. Die Arbeiter tun ihr Bestes, aber es braucht Zeit. Nun sitzt uns die Schulbehörde im Nacken und macht uns Druck, weiter zu bauen. Dadurch hat sich der Bau für den Computerraum etwas verzögert. Da wir aber inzwischen eine Schule geworden sind, die Höchstleitungen in Wettbewerben zeigt, schaut man wohlwollend auf unsere Bemühungen.

Im kommenden Jahr wollen wir in Deutschland und in Holland unsere Bemühungen verstärken, noch mehr für unsere Kinder zu tun. Im kommenden Februar werden hier 250 Kinder zur Schule gehen. 225 Kinder werden im Internat leben und 25 Kinder jeden Tag von zuhause hier her kommen, dass heißt, unser Bus wird sie abholen, wofür die Eltern der zahlenden Kinder auch zahlen.

 

Die Kinder gehen in die Dörfer                                                               

Nun sind die Kinder in ihre Dörfer gegangen. Da kam kein Mercedes, BMW oder Opel, auch kein Bus oder Taxi. Sie haben ihre Blechkisten auf den Kopf gehoben und sind mit ihren Erziehungsberechtigten davon gegangen. Manche sind 3 Stunden unterwegs. Manche kamen mit dem Fahrrad und haben ihr Waisenkind abgeholt, und manche haben ein Moped-Taxi bestellt, auf dem sie nun zu dritt oder zu viert drauf sitzen und in ihr Dorf fahren. Jetzt fehlt unserem Schulgelände die Seele. Alles ist ruhig geworden und nur hier und da hört man einen Bauarbeiter mit seiner Schaufel den Speis für das Mauerwerk mischen.

 

Hungersnot                                                                                                

Am Abend im Hauskreis betet Grace für die Kinder, dass sie auch genug zu Essen bekommen. Als am Abend alle weg waren, habe ich Grace auf ihr Gebet angesprochen. Wie ist das mit dem Essen in den Dörfern? Dann erzählt sie mir, dass es in Uganda gerade eine Hungersnot gibt. Viele der Internatsschulen haben schon vor 14 Tagen die Kinder in die Dörfer geschickt, weil es keinen Mais mehr gibt. Die Preise für Mais sind in die Höhe gestiegen, dass sich die armen Leute keinen Mais kaufen können. Cor und Grace haben schon vor ein paar Jahren eine Mühle gebaut und immer Mais gekauft, sobald er angeboten wurde. Das hat uns geholfen, einen bescheidenden Vorrat anzulegen. Aber nun ist auch unser Mais verbraucht und Grace hatte große Mühe für die letzten Tage noch Mais zu besorgen.

Mit dieser hungernden Aussicht gehen unsere Kinder in ihre Dörfer. Es gibt kaum etwas zu essen und die Waisenkinder sind in der Regel die letzten in der Reihe, die noch etwas bekommen.

Plötzlich bekommen die Bilder im Fernsehen über die verheerende Hungersnot wie im Jemen eine Seele. Das Schlimme daran ist, dass wir erst einmal nichts tun können. Wenn man mit dem Hunger persönlich in Kontakt kommt, verändert sich das Bild. Es wird plötzlich lebendig, kommt ganz nah und wird zur greifbaren Wirklichkeit.

Ich bin froh, dass Cor und Grace die Situation gut kennen und jetzt schon Vorsorge treffen, dass unsere Kinder auch im nächsten Schuljahr genug zu Essen haben werden.

 

Gefährliche Fahrt                                                                                     

Dann erzählt Grace die Geschichte eines kleinen Jungen, der in Wanale wohnt, einem fast unerreichbaren Dorf im Mount Elgon. Seine Eltern starben an HIV und er war bei seinem Onkel untergebracht, der ihn als zusätzlichen Esser und dem Sohn seines missratenden Bruders sah. Grace und ihr Team erreichten diesen Ort, als es angefangenen hatte zu regnen. Das alleine ist schon eine Fahrt für jemanden, der mit seinem Leben abgeschlossen hat. Drei Stunden brauchten sie um wirklich sicher zu sein, dass dieser Junge ein Waisenkind ist. Dann fuhren sie unter größter Lebensgefahr den Weg, der inzwischen gar kein Weg mehr war, wieder ins Tal hinab.

Immer am Jahresabschlussfest der Schule kommen die neuen Kinder, die im Februar in unserer Schule  eingeschult werden  zu diesem Fest. Aber der Junge vom Wandale im Mount Elgon kam nicht mit seinem Onkel, sondern mit seiner Schwester. Der Onkel wollte den Jungen nicht bringen weil er neidisch war und sein eigener Sohn nicht mit in unsere Schule gehen durfte. Viele unserer Kinder leiden an der Eifersucht der Familien, in denen sie untergebracht sind.

 

Weinende Kinder                                                                                       

Gestern sollten alle Kinder gegangen sein und heute stehen noch ein paar hier und weinen, weil man sie vergessen hat oder keiner nach ihnen schaut. Dann muss die Schule telefonieren, sich bemühen und die Tränen der verlassenen Kinder abtrocknen und die verwundeten Herzen trösten. Hier sind die Lehrer eben mehr als nur Lehrer. Sie brauchen das Herz einer Mutter, eines Vaters, eines Bruders oder was eben gebraucht wird.

Was wir heute brauchen.                                                                        

Kimbilio ist ein Ort, wo Kinder zu Jugendlichen werden. In diesem lebensgestaltenden Prozess erfahren sie Liebe und Hilfe ihr Leben eines Tages selber zu gestalten. Die sehr gute Schulausbildung in der Grundschule (Hauptschulabschluss) und in der in diesem Jahr begonnen weiterführenden Schule mit Abschluss des O Level, das ungefähr unserer Mittleren Reife entspricht und dem A Level, das unserem Abitur entspricht, haben sie die besten Möglichkeiten im Berufsleben sehr gute Chancen zu haben. Darum ist Kimbilio nicht nur eine Schule, Kimbilio ist ein Ort der Hoffnung für die Zukunft der Kinder von Uganda. Damit kommen wir unserer Vision und Auftrag ein Stück näher, dass wir heute starke Männer und Frauen brauchen, Männer und Frauen, die achtbar, integrierend und intelligent sind. Männer und Frauen, die bereit sind, ihr Leben hinzugeben. Hingegeben an ihre soziale Verantwortung. Die ihre historische und kulturelle Bindung  kennen und bereit sind, den Auftrag Jesus für diese Welt zu leben.Wir brauchen Männer und Frauen, die eine Vision für die Zukunft haben, die Jesus im Herzen tragen und ihm allein verantwortlich sind. Die fähig sind, diese Erde und unsere Gesellschaft mitzugestalten und bereit sind Impulse zu setzen, die für unsere Gesellschaft richtungweisend sind. Wir brauchen Männer und Frauen, die bereits sind, echte Freundschaft zu leben  und das nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten.

 

08.12.2016                                                                                                

Die Regierung trifft eine Entscheidung                                                  

Heute machen wir uns auf, um auf den gegenüberliegenden Berg von unserer Schule zu steigen. Man kann mit dem Allradfahrzeug ein gutes Stück heranfahren, dann braucht man nur noch eine halbe Stunde um den Gipfel zu erreichen. Von hier oben hat man eine fantastische Sicht auf den ganzen Schulkomplex und der Umgebung. Uganda ist ein grünes Land. Eigentlich müsste hier niemand hungern, aber wenn der angebaute Mais zu guten Preisen ins Ausland verkauft wird, bleibt für die eigene Bevölkerung nichts mehr. Die Regierung hat deshalb in diesem Jahr beschlossen, den Haushaltsplan erst dann zu verabschieden, wenn man einen Weg zur Eindämmung des Hungers im Land gefunden hat. Ich bin kein Ökonom, bin auch kein Politiker, aber in dieser Entscheidung sehe ich den richtigen Weg.

 

UN Welthungerhilfe in Entebbe                                                               

UN WFP World Food Programme

Auf dem Flughafen in Entebbe habe ich schon drei Flugzeuge von der Welthungerhilfe gesehen. Ob sie nach Uganda gekommen sind oder hier nur ihre Ladung in andere hungernde Bevölkerungen weiter transportieren, weiß ich nicht. Aber die Flugzeuge haben mir Hoffnung gemacht. Deutschland ist übrigens das am stärksten einzahlende Land in diese Organisation.

Ich kenne das Land, auf dem unsere Schule gerade wächst noch als Wiese. Ich bin Gott und allen Spendern von Herzen dankbar für das, was hier in den letzten 10 Jahren entstanden ist.                                         

Die dankbaren und glücklichen Kinderaugen bestätigen unsere Bemühungen, ihnen einen Ort der Hoffnung zu bauen.

 

09.12.2016                                                                                                 

Wenn die Mühe ein Ziel hat                                                                     

Nun sitze ich im Auto und fahre zum Flughafen. Freitags kann man für die 250 km gerne 7 Stunden rechnen. Wir haben 7 ½ gebraucht. Nach so einer Fahrt hat man eigentlich schon genug, aber jetzt geht es erst richtig los. Wenn alles gut geht, bin ich morgen zum Mittagessen zu Hause.

Wenn Mühe ein Ziel hat, dann lohnt sich jede Mühe und wird letztendlich zum Vergnügen.

Wenn Sie diese Zeilen lesen, bin ich vergnüglich mit dankbaren Herzen wieder zu Hause angekommen.